Erbengemeinschaft Haus verkaufen: Ablauf, Rechte und was bei Uneinigkeit gilt

Ein geerbtes Haus gehört nicht automatisch Ihnen allein – solange die Erbengemeinschaft besteht, entscheiden alle Erben gemeinsam und einstimmig über den Verkauf. Dieser Ratgeber zeigt den rechtlichen Ablauf, was bei Uneinigkeit hilft und worauf Sie bei Steuern und Bewertung achten sollten.

Zuletzt geprüft: 4. August 2026 · Bellevue Estates GmbH, Pfäffikon SZ

Kurz beantwortet

Nein: In einer Erbengemeinschaft können Sie ein geerbtes Haus nur verkaufen, wenn alle Erben einstimmig zustimmen – das Grundstück gehört ihnen als Gesamteigentum gemeinsam (Art. 602 ZGB). Blockiert ein Erbe, helfen Erbteilungsvertrag, Mediation, ein Erbenvertreter oder als letztes Mittel die Erbteilungsklage nach Art. 604 ZGB mit gerichtlich angeordneter Versteigerung.

Warum ein Verkauf nur einstimmig möglich ist

Erben mehrere Personen gemeinsam eine Immobilie, entsteht automatisch eine Erbengemeinschaft. Nach Art. 602 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) wird die geerbte Liegenschaft zu sogenanntem Gesamteigentum: Sie gehört allen Erbinnen und Erben gemeinsam, ohne dass jemand einen abgrenzbaren eigenen Anteil besitzt oder frei darüber verfügen kann. Das gilt unabhängig davon, wie hoch die einzelne Erbquote ist – eine Erbin mit 10 Prozent Erbanteil hat beim Verkaufsentscheid dasselbe Vetorecht wie ein Erbe mit 50 Prozent.

Für den Verkauf, aber auch für die Vermietung, eine Belastung mit einer Hypothek oder werterhöhende Umbauten braucht es deshalb die Zustimmung ausnahmslos aller Mitglieder der Erbengemeinschaft. Eine Mehrheit reicht nicht – anders als bei einer Stockwerkeigentümergemeinschaft, wo Mehrheitsbeschlüsse genügen können. Sagt auch nur eine einzige Person Nein, ist der Verkauf blockiert, solange keine Einigung oder gerichtliche Lösung vorliegt. Ein Makler kann daran nichts ändern – seine Provision (dazu mehr unter Maklerprovision Schweiz) löst kein Einstimmigkeitsproblem.

  • Verkauf der geerbten Liegenschaft
  • Vermietung an Dritte
  • Aufnahme oder Erhöhung einer Hypothek
  • Werterhöhende Sanierungen oder Umbauten
  • Verzicht auf Ansprüche gegenüber der Erbengemeinschaft

Für die laufende Verwaltung gilt eine wichtige Ausnahme: Dringende, werterhaltende Massnahmen – etwa ein akuter Wasserschaden oder eine kaputte Heizung mitten im Winter – gelten als notwendige Verwaltungshandlungen. Dafür kann grundsätzlich jeder Erbe allein handeln, wenn Gefahr im Verzug ist. Der Verkauf selbst fällt aber nie darunter, egal wie dringend er einzelnen Erben erscheint.

Was tun, wenn ein Miterbe den Verkauf blockiert

Für Ruth ist das der Albtraum-Fall: Ein Geschwisterteil will das Elternhaus partout nicht verkaufen, aus Sentimentalität, aus Streit oder weil es selbst einziehen möchte. Anders als etwa bei einer Scheidung, wo sich meist nur zwei Parteien einigen müssen, kann eine Erbengemeinschaft aus deutlich mehr Personen bestehen – und jede zusätzliche Person erhöht das Blockade-Risiko. Die Schweizer Rechtsordnung kennt für genau diese Situation mehrere abgestufte Lösungswege, von der Einigung bis zum Gerichtsverfahren.

Erbteilungsvertrag: der einfachste Weg

Beim Erbteilungsvertrag einigen sich alle Erbinnen und Erben freiwillig darüber, wer was aus dem Nachlass erhält – zum Beispiel, dass die Liegenschaft verkauft und der Erlös nach Erbquoten aufgeteilt wird, oder dass ein Erbe das Haus übernimmt und die anderen auszahlt. Weil eine Liegenschaft betroffen ist, müssen die Unterschriften aller Beteiligten öffentlich beglaubigt werden. Das ist der schnellste und günstigste Weg, wenn alle grundsätzlich einer Lösung zustimmen können.

Mediation vor dem Gang zu Gericht

Bevor ein Verfahren beginnt, lohnt sich oft eine Mediation mit einer neutralen, erbrechtlich erfahrenen Fachperson. Sie moderiert das Gespräch, ohne selbst zu entscheiden, und findet häufig günstiger und schneller eine Lösung als ein Gerichtsverfahren – gerade wenn der Streit stärker emotional als sachlich begründet ist.

Erbenvertreter nach Art. 602 Abs. 3 ZGB

Auf Antrag auch nur eines Erben kann das zuständige Gericht eine Erbenvertretung einsetzen. Diese Person verwaltet den Nachlass neutral, bereitet die Teilung vor, kann Auskünfte einholen und einen Verkauf organisatorisch begleiten. Sie kann die Erbengemeinschaft aber nicht gegen ihren Willen zur Teilung zwingen – dafür braucht es weiterhin entweder Einigung oder eine Erbteilungsklage.

Erbteilungsklage nach Art. 604 ZGB

Jeder Erbe kann jederzeit die gerichtliche Teilung verlangen, wenn keine Einigung zustande kommt. Das Gericht prüft dann, wie der Nachlass aufgeteilt wird; lässt sich eine Liegenschaft nicht sinnvoll real teilen, wird sie entweder einem Erben gegen Ausgleichszahlung an die anderen zugewiesen oder – verlangt das ein Erbe – öffentlich versteigert. Eine Versteigerung erzielt in aller Regel einen deutlich tieferen Preis als ein geordneter Verkauf am freien Markt und ist finanziell für alle Beteiligten die schlechteste Lösung. Eine Erbteilungsklage dauert je nach Kanton und Komplexität mehrere Monate bis Jahre und verursacht Gerichts- und Anwaltskosten, die den Nachlass zusätzlich schmälern. Sie sollte deshalb wirklich das letzte Mittel sein.

Bevor es so weit kommt, lohnt sich für Ruth und ihre Geschwister ein nüchterner Realitätscheck: Was kostet die Blockade tatsächlich? Jeder Monat ohne Verkauf bedeutet weiterlaufende Nebenkosten, Gebäudeversicherung und oft auch Unterhalt, während das Kapital im Haus gebunden bleibt und niemandem etwas nützt. Diese Rechnung – gepaart mit einer nachvollziehbaren, neutralen Bewertung – überzeugt in der Praxis häufiger als jedes juristische Argument, weil sie die Blockade in klingender Münze sichtbar macht.

Wer steht im Grundbuch und wie läuft die Eigentumsübertragung

Stirbt der Erblasser, werden die Erbinnen und Erben nicht automatisch einzeln im Grundbuch eingetragen. Zunächst wird die Erbengemeinschaft als Ganzes anstelle der verstorbenen Person eingetragen – belegt durch eine Erbenbescheinigung, in einigen Kantonen auch Erbschein genannt, die das zuständige Erbschaftsamt oder Bezirksgericht ausstellt, sobald feststeht, wer erbberechtigt ist und die Ausschlagungsfrist abgelaufen ist.

Diese Frist ist wichtig, wenn ein Nachlass überschuldet sein könnte: Nach Art. 567 ZGB haben Erbinnen und Erben drei Monate ab Kenntnis des Erbfalls Zeit, die Erbschaft beim zuständigen Gericht auszuschlagen. Wer nichts unternimmt, gilt nach Fristablauf als Erbe – mitsamt allfälligen Schulden.

Erst mit der Erbteilung – festgehalten in einem schriftlichen Erbteilungsvertrag – wird geklärt, wer die Liegenschaft übernimmt oder ob sie an eine dritte Person verkauft wird. Weil eine Liegenschaft betroffen ist, müssen die Unterschriften aller Erbinnen und Erben auf dem Erbteilungsvertrag öffentlich beglaubigt werden. Erst danach kann das Grundbuchamt die Eigentumsübertragung vornehmen.

  • Erbenbescheinigung oder Erbschein im Original
  • Öffentlich beglaubigter Erbteilungsvertrag, oder bei Verkauf an Dritte ein öffentlich beurkundeter Kaufvertrag
  • Nachweis über bezahlte oder sichergestellte Grundstückgewinnsteuer
  • Gegebenenfalls eine Vollmacht, falls eine Person die Anmeldung für alle Erben vornimmt

Erbschaftssteuer und Grundstückgewinnsteuer beim geerbten Haus

Die Erbschaftssteuer ist in der Schweiz kantonal geregelt – es gibt keine Bundessteuer auf Erbschaften. Der überlebende Ehegatte oder eingetragene Partner ist in sämtlichen Kantonen von der Erbschaftssteuer befreit. Direkte Nachkommen – also Kinder und Enkelkinder, wie bei Ruth – sind mittlerweile in den meisten Kantonen ebenfalls steuerfrei; besteuert werden sie noch in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Luzern, Waadt und Neuenburg, dort allerdings meist mit tiefen Sätzen und namhaften Freibeträgen. Die Kantone Schwyz und Obwalden erheben generell keine Erbschaftssteuer, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad.

Beispiele einzelner Kantone, Stand 2026 – prüfen Sie Satz und Freibetrag bei Ihrer kantonalen Steuerverwaltung, da sich Gesetze ändern können.
KantonEhegatte/PartnerDirekte Nachkommen (Kinder, Enkel)
Schwyzsteuerfreisteuerfrei – keine Erbschaftssteuer im Kanton
Zürichsteuerfreisteuerfrei
Bernsteuerfreisteuerfrei
Luzernsteuerfreisteuerpflichtig ab CHF 100'000, pauschal 1%
Waadtsteuerfreisteuerpflichtig, Freibetrag CHF 1'000'000 pro Stamm (seit 1.1.2025)
Neuenburgsteuerfreisteuerpflichtig

Anders als die Erbschaftssteuer fällt die Grundstückgewinnsteuer beim Erbgang selbst nicht an – sie wird in jedem Kanton lediglich aufgeschoben. Erst wenn die Erbengemeinschaft oder ein einzelner Erbe die Liegenschaft verkauft, wird sie fällig. Bemessungsgrundlage ist dann nicht der heutige Wert, sondern die Differenz zwischen Verkaufspreis und dem Preis, den der Erblasser seinerzeit für Kauf oder Bau bezahlt hat, zuzüglich wertvermehrender Investitionen. Auch die Besitzdauer des Erblassers wird an die eigene Besitzdauer angerechnet – ein Vorteil, weil die meisten Kantone bei langer Besitzdauer einen Abzug gewähren. Im Kanton Zürich etwa steigt der Rabatt gestaffelt bis zum Maximum nach rund 20 Jahren, im Kanton Luzern nach rund 33 und im Kanton Bern nach rund 35 Jahren. Wie hoch die effektive Steuer ausfällt, hängt stark vom Kanton und vom Einzelfall ab – lassen Sie sie von Ihrer Steuerverwaltung oder einer Treuhandperson vorausrechnen, bevor Sie den Verkaufspreis festlegen.

Ein Beispiel macht das greifbar: Hat der Erblasser das Haus vor 25 Jahren gekauft und ist es seither deutlich im Wert gestiegen, wird beim Verkauf durch die Erbengemeinschaft der gesamte Wertzuwachs seit diesem Kauf besteuert – nicht nur der Zuwachs seit dem Todesfall. Gleichzeitig profitiert die Erbengemeinschaft vom Besitzdauerabzug für diese 25 Jahre, was die Steuerlast pro Jahr Besitzdauer spürbar senkt. Wie stark, hängt vom kantonalen Tarif ab, deshalb lässt sich das nicht pauschal beziffern.

Warum eine neutrale Bewertung Streit in der Erbengemeinschaft verhindert

Gerade in einer Erbengemeinschaft ist der Wert der Liegenschaft oft der eigentliche Streitpunkt – nicht die Frage, ob verkauft werden soll. Schätzt ein Geschwisterteil den Wert höher ein als das andere, entsteht schnell der Verdacht, jemand wolle sich auf Kosten der anderen bereichern oder das Haus unter Wert loswerden. Eine Maklerschätzung wirkt in dieser Situation selten neutral, weil der Makler oft ein eigenes Interesse am Zustandekommen und am Preis des Geschäfts hat.

Ein unabhängiger Marktwertbericht schafft hier eine gemeinsame Gesprächsgrundlage. Er basiert auf einem hedonischen Bewertungsmodell von PriceHubble – demselben Standard, den auch Schweizer Banken für die Belehnung nutzen – und liefert einen datenbasierten Wert als PDF, unabhängig davon, ob am Ende verkauft, vermietet oder von einem Erben übernommen wird. Für CHF 189 ist er günstiger als eine Maklerschätzung und für alle Erbinnen und Erben gleichermassen glaubwürdig, weil er nicht von einer einzelnen Partei interessengeleitet erstellt wird, sondern auf Vergleichsdaten beruht.

Praktischer Ablauf beim Verkauf mit mehreren Erben

  1. Erbenbescheinigung beim zuständigen Erbschaftsamt oder Bezirksgericht beantragen – Voraussetzung für jede weitere Handlung am Grundbuch.
  2. Neutrale Bewertung einholen, zum Beispiel den Marktwertbericht, damit alle Erben von derselben Zahl ausgehen (siehe auch die Hausverkauf-Checkliste).
  3. Klären, ob verkauft wird oder ob ein Erbe die anderen auszahlt und die Liegenschaft übernimmt.
  4. Bei Verkauf: gemeinsame Vollmacht oder klare Zuständigkeit vereinbaren, wer mit Interessenten kommuniziert, Besichtigungen führt und die Vermarktung abwickelt – etwa beim Inserieren auf ImmoScout24 und Homegate.
  5. Erbteilungsvertrag aufsetzen und öffentlich beglaubigen lassen, sobald Käuferschaft und Preis feststehen.
  6. Verkauf abwickeln, Kaufvertrag öffentlich beurkunden lassen, Grundstückgewinnsteuer deklarieren.
  7. Verkaufserlös gemäss den im Erbteilungsvertrag festgelegten Erbquoten unter den Erben aufteilen.

Wann eine Fachperson zwingend nötig ist

Ein Notar ist in jedem Fall zwingend, sobald Eigentum an der Liegenschaft übertragen wird – sei es durch Erbteilungsvertrag unter den Erben oder durch Kaufvertrag an eine dritte Person. Ohne öffentliche Beurkundung nimmt kein Grundbuchamt die Übertragung vor.

Ein Anwalt oder eine auf Erbrecht spezialisierte Fachperson wird sinnvoll bis notwendig, sobald ein Erbe die Zustimmung verweigert, Uneinigkeit über den Wert oder die Erbquoten besteht, ein Erbe im Ausland lebt oder nicht erreichbar ist, minderjährige oder verbeiständete Personen zur Erbengemeinschaft gehören – dann braucht es zusätzlich die Zustimmung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde – oder wenn ein Testament einen Willensvollstrecker einsetzt, dessen Befugnisse mit den Wünschen der Erben kollidieren.

Ein Treuhänder oder Steuerberater sollte spätestens vor der Preisfestlegung beigezogen werden, um Erbschafts- und Grundstückgewinnsteuer korrekt vorauszurechnen – gerade wenn die Liegenschaft schon lange im Besitz der Familie war oder mehrere Erbgänge dazwischenliegen.

Ehrlich gesagt: Ein privater Verkauf ohne Makler ersetzt keine dieser Rollen. Er nimmt Ihnen die Vermarktung ab – Bewertung, Inserat auf den grossen Portalen, Interessentenkontakt – nicht aber die rechtliche und steuerliche Klärung innerhalb der Erbengemeinschaft. Sind sich alle Erben grundsätzlich einig, was mit dem Haus geschehen soll, und ist die Bewertung geklärt, lässt sich der eigentliche Verkaufsprozess ohne Weiteres privat abwickeln. Blockiert dagegen ein Erbe konsequent, oder ist die Erbteilung selbst strittig, braucht es zuerst eine juristische Lösung – erst danach macht ein Verkaufsinserat überhaupt Sinn.

Häufige Fragen

Fragen zu diesem Thema

Kann ein Miterbe den Verkauf des geerbten Hauses blockieren?
Ja. Weil eine geerbte Liegenschaft allen Erben gemeinsam als Gesamteigentum gehört (Art. 602 ZGB), braucht ein Verkauf die Zustimmung ausnahmslos aller Erben. Verweigert eine Person die Zustimmung, ist der Verkauf blockiert, bis eine Einigung, ein Erbteilungsvertrag oder im letzten Schritt eine gerichtliche Erbteilungsklage nach Art. 604 ZGB eine Lösung schafft.
Was kann ich tun, wenn sich die Erbengemeinschaft nicht einigen kann?
Stufenweise vorgehen: zuerst eine direkte Einigung oder Mediation versuchen, dann bei Bedarf beim Gericht eine Erbenvertretung nach Art. 602 Abs. 3 ZGB beantragen, die den Nachlass neutral verwaltet. Führt auch das zu keiner Lösung, kann jeder Erbe jederzeit eine Erbteilungsklage nach Art. 604 ZGB einreichen; im schlimmsten Fall folgt eine gerichtlich angeordnete Versteigerung.
Wer zahlt die Grundstückgewinnsteuer beim Verkauf eines geerbten Hauses?
Die Erbengemeinschaft beziehungsweise die Erbinnen und Erben als neue Eigentümer, anteilig nach Erbquote. Bemessungsgrundlage ist der Gewinn seit dem Kauf durch den Erblasser, nicht erst seit dem Erbfall – die Steuer wurde beim Erbgang nur aufgeschoben, nicht erlassen. Die Besitzdauer des Erblassers zählt für den Besitzdauerabzug mit.
Muss ich Erbschaftssteuer auf ein geerbtes Haus zahlen?
Das hängt vom Kanton und Ihrem Verwandtschaftsgrad zum Erblasser ab. Ehegatten sind überall befreit, direkte Nachkommen in den meisten Kantonen ebenfalls – ausser aktuell in Appenzell Innerrhoden, Luzern, Waadt und Neuenburg, wo meist tiefe Sätze mit Freibeträgen gelten. Schwyz und Obwalden kennen gar keine Erbschaftssteuer.
Was ist ein Erbenvertreter und wann macht er Sinn?
Ein Erbenvertreter wird auf Antrag eines Erben vom Gericht eingesetzt (Art. 602 Abs. 3 ZGB) und verwaltet den Nachlass neutral, bereitet die Teilung vor und kann einen Verkauf organisatorisch begleiten. Er ist sinnvoll, wenn die Erben zerstritten sind, aber noch keine Klage wollen – zwingen kann er niemanden zur Teilung.
Wie lange habe ich Zeit, eine überschuldete Erbschaft auszuschlagen?
Drei Monate ab dem Zeitpunkt, an dem Sie vom Erbfall Kenntnis erhalten haben (Art. 567 ZGB). Die Erklärung muss beim zuständigen Gericht am letzten Wohnsitz des Erblassers eingehen. Wer diese Frist verstreichen lässt, gilt automatisch als Erbe – inklusive allfälliger Schulden des Nachlasses.
Wie lange dauert eine Erbteilungsklage?
Das hängt stark vom Kanton, der Auslastung des Gerichts und der Komplexität des Falls ab – realistisch sind mehrere Monate bis zu wenigen Jahren, besonders wenn Gutachten oder mehrere Instanzen nötig werden. Deshalb lohnt sich vorher fast immer eine Einigung, ein Erbteilungsvertrag oder zumindest der Versuch einer Mediation.
Muss der Erbteilungsvertrag notariell beurkundet werden?
Die Unterschriften aller Erbinnen und Erben auf dem Erbteilungsvertrag müssen öffentlich beglaubigt werden, weil eine Liegenschaft betroffen ist – ohne das nimmt kein Grundbuchamt die Eigentumsübertragung vor. Für den eigentlichen Verkauf an eine dritte Person braucht zusätzlich der Kaufvertrag eine öffentliche Beurkundung.

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